Methode

Hier finden Sie Informationen rund um die Erfolgsmethode von Winfried Stahl und Antworten auf häufig gestellte Fragen

Wie funktioniert die Stahlsche Methode?

Lesen Sie folgenden Text und versuchen Sie dann, ihn nachzuerzählen:

Ein Zweibein sitzt auf einem Dreibein und isst ein Einbein. Da kommt ein Vierbein und stiehlt dem Zweibein auf dem Dreibein das Einbein und läuft weg. Da nimmt das Zweibein das Dreibein und wirft es nach dem Vierbein.

Verfasser unbekannt

Obwohl der Text sehr kurz ist, ist es schwierig, ihn sich zu merken. Der Grund dafür ist, dass wir den Sinn des Textes nicht erkennen. Das Gehirn tut sich daher ungemein schwer, ihn in sein raffiniertes Speichersystem einzuordnen. Trotz seiner unglaublichen Merk- und Denkfähigkeit versagt unser Gehirn hier kläglich.

Ganz anders sieht die Sache aus, wenn man den nicht verständlichen Lauten eine nachvollziehbare Bedeutung zuordnet. Wenn man sich vorstellt, dass

das Einbein ein halbes Hähnchen,
das Zweibein ein Mensch,
das Dreibein ein Hocker
und das Vierbein ein Hund ist

wird das Nacherzählen zum Kinderspiel:

Ein Mensch sitzt auf einem Hocker und isst ein halbes Hähnchen. Da kommt ein Hund und stiehlt dem Mensch auf dem Hocker das Hähnchen und läuft weg. Da nimmt der Mensch den Hocker und wirft ihn nach dem Hund.

Die Tatsache, dass die erste Version so schwierig zu lernen ist und die zweite kinderleicht, hängt damit zusammen, dass bei den beiden Versionen jeweils verschiedene Hälften des Gehirns aktiviert wurden:

Bei der ersten Version wird die linke Hirnhälfte angesprochen, welche sprachliche Laute, mathematische und logische Zusammenhänge koordiniert.

Die zweite Version richtet sich an die rechte Hälfte, welche für Emotionen, sowie rhythmische und visuelle Wahrnehmung zuständig ist.

Forschungen aus der Hirnphysiologie besagen, dass die Merkfähigkeit dann enorm ansteigt, wenn beide Hirnhälften am Lernprozess beteiligt, also miteinander gekoppelt werden. Neue Informationen werden dann nachhaltig im Langzeitgedächtnis abgelegt, wenn das Gehirn Anknüpfungspunkte beispielsweise in Form von Bildern, Tönen oder dergleichen findet.
Nichts anderes erfolgte bei der zweiten Version der oben stehenden Geschichte. Dem unbekannten Lautwirrwarr von Ein-, Zwei- und Dreibein wurden sinnvolle, für das Gehirn nachvollziehbare, identifizierbare Inhalte zugeordnet – die Geschichte wird merk-würdig im wörtlichen Sinne.

Die Stahlsche Methode beruht auf der obigen Erkenntnis, dass beide Hirnhälften für erfolgreiches Lernen, insbesondere von Sprachen, gekoppelt werden müssen – der Schlüssel hierzu liegt in der Schaffung merk-würdiger Situationen, die die Verankerung der Sprache im Langzeitgedächtnis unterstützen:

  • Das Lernen der Vokabeln steht im Mittelpunkt des Spracherwerbs. Im Gegensatz zu klassischem Lernen werden die Vokabeln nicht als einzelne Worte gelernt, sondern werden in Reimform und damit eingebettet in eine Situation präsentiert.
  • Die Reime stehen auf den beiliegenden Tonträgern von Muttersprachlern gesprochen und mit eigens komponierter Musik unterlegt zur Verfügung. Durch das regelmäßige Hören, Lesen und Sprechen der Vokabelreime werden die notwendigen Anknüpfungspunkte für die neuen Vokabeln aktiviert.
  • Die Vokabelreime erzählen Geschichten, die die neuen Sprachelemente mit bereits bekannten Situationen verbinden. Damit entstehen weitere Anknüpfungspunkten für neue Informationen; die bekannten Vokabeln und Strukturen werden umgewälzt und zur aktiven Anwendung gebracht.
  • Ebenso wie die Reime befinden sich die zugehörigen Geschichten -ebenfalls von Muttersprachlern gesprochen- auf den beiliegenden Tonträgern. Durch das regelmäßige Anhören der Reime und Geschichten im Unterricht und zu Hause erhält der Lernende ein Gefühl für das Klangbild der englischen Sprache.
  • Grammatische Strukturen der englischen Sprache werden automatisch über die Reime und Geschichten mit aufgenommen; das Erlernen der Fremdsprache folgt damit nahezu dem Erwerb der eigenen Muttersprache.
  • Im Englisch-Unterricht findet eine weitere Umwälzung und damit Festigung der erlernten Inhalte statt. Das wesentliche Element im Unterricht ist die starke Fokussierung auf die Verwendung der Sprache durch starke Interaktion zwischen Schülern und Lehrer. Hierdurch entsteht ein starker Anreiz, die Sprache aktiv zu verwenden, zudem werden die erlernten Elemente durch neue Situationen noch weiter im Langzeitgedächnis verankert.
Seit wann gibt es die Stahlsche Methode?

Die erfolgreiche Methode zum Erlernen der englischen Sprache wurde von Winfried Stahl vor über 30 Jahren erarbeitet. Seitdem wurde die Methode zusammen mit den zugehörigen Unterrichtsmaterialien ständig weiterentwickelt:

1985Erste Anwendung von einzelner Vokabelreime und rhythmisch gesprochener Sätze in den Englisch-Klassen von Winfried Stahl.
Die Methode wird entlang der verwendeten Schulbücher ausgearbeitet, einzelne Texte werden in Lieder umgearbeitet. Lernerfolge der Schüler werden sichtbar.
1990Winfried Stahl setzt das Vokabular passend zu den Schulbüchern in gereimte Sätze um. Erstmals werden die Reime auf Tonträger aufgenommen und den Schülern im Unterricht zur Verfügung gestellt.
1993Sprache ist Musik – die englischen unregelmäßigen Verben werden in einem eigenen Produkt zur Verfügung gestellt. Erstmals entsteht ein speziell entwickeltes Lernheft mit begleitendem Tonträger in Form einer selbst produzierten Kassette.
1996Beginn der Zusammenarbeit von Winfried Stahl mit dem SKYELINE media-Team von Annette Rapp. Zielsetzung ist die konsequente gemeinsame Entwicklung von Materialien zur Stahlschen Methode für alle Klassenstufen.
Überarbeitung von „Sprache ist Musik“ – das Lernheft erhält eine neue Gestaltung, der Tonträger wird im eigenen Tonstudio neu aufgenommen.
1998Die Reihe „Rhythm & Rhyme“ entsteht – Materialien zum Erlernen der englischen Sprache nach der Methode von Winfried Stahl werden für alle Schularten und Klassenstufen entwickelt. Die Materialien bestehen aus einem Lernheft mit beigelegter CD, sodass die Vokabelreime jedem Schüler auch außerhalb des Unterrichts zur Verfügung stehen.
Die Webseite von SKYELINE media geht online.
2002Grammar Land 5/6 – ein Lernheft für die schulübergreifende Vermittlung der grammatischen Strukturen in den Klassen 5 und 6 entsteht
2003Die Materialien aus der Reihe „Rhythm & Rhyme“ werden analog zur Weiterentwicklung des Bildungsplans kontinuierlich überarbeitet.
Die Produktpalette umfasst Materialien für alle Klassenstufen an Haupt- und Realschulen; für den Einsatz an Gymnasien stehen Materialien für die Klassen 5 bis 8 zur Verfügung.
2011Erste Überlegungen zur grundlegenden Neuausrichtung der Materialien zu Stahlschen Methode werden angestellt. Zielsetzung ist die Entwicklung von Materialien, die keinen direkten Bezug zu vorhanden Lehrwerken haben und die über alle Schularten hinweg eingesetzt werden können.
2013topics – die erste Ausgabe des neu entwickelten Lernheftes wird vorgestellt.
Erstmals folgen die Inhalte des Lernheftes nicht mehr bestehenden Lehrwerken, sondern werden in Sinnzusammenhängen („topics“) präsentiert. Diese Einheiten bestehen aus Vokabelreimen in bewährter Struktur, die jedoch nun eine eigene Geschichte erzählen. Zugehörige Texte im Lernheft greifen die Vokabeln auf und verankern diese noch nachhaltiger im Langzeitgedächtnis.
2013Die Webseite und der Onlineshop von SKYELINE media werden grundlegend überarbeitet.
2015Für Lehrer entsteht mit „tips & tools“ umfangreiches Zusatzmaterial zur Anwendung von „topics“ im Unterricht.
2016Ein erster Anwenderworkshop bildet den Grundstein für einen beständigen und nachhaltigen Austausch von Erfahrungen und Wissen zur Stahlschen Methode über viele Schulen hinweg.
2018Apps für IOS und Android werden vorgestellt – das Anhören der Reime auf mobilen Geräten wird damit noch einfacher.
2019Webseite und Onlineshop werden überarbeitet. Die Produktpalette wird auf die Reihe „topics“ fokussiert, ältere Materialien können auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden.

Wie werden die grammatischen Strukturen vermittelt?

Das Verständnis für grammatische Strukturen ergibt sich ähnlich wie beim Erwerb der Muttersprache.

Im ersten Lernjahr tun sich die Kinder schwer, in grammatischen Strukturen zu denken. Daher erfolgt der Erwerb der Sprache zunächst ausschließlich über Reime und einzelne Sätze. Durch vielfältige Umwälzung im Unterricht werden die Lernenden schnell zur freien Rede und Textproduktion geführt. Ab der ersten Stunde können die Schülerinnen und Schüler die englische Sprache in Sätzen verwenden und an der Kommunikation teilnehmen. Grammatische Strukturen werden automatisch mit aufgenommen, also in lexikalischen Einheiten gelernt.

Ab dem zweiten Lernjahr werden den Lernenden grammatische Strukturen mehr und mehr vor Augen geführt bis hin zur bewussten Beherrschung der Grammatik im vierten Lernjahr.

Sprechen die Kinder in Reimen?

Durch die Umwälzung im Unterricht und in den begleitenden Geschichten werden die Reime sofort nach dem Erlernen aufgebrochen. Die Anwendung der Sprache findet außerhalb der Reime statt.

Überfordert die große Menge von Vokabeln nicht?

Wir unterscheiden zwischen Anzahl der neuen Vokabeln und Anzahl der Lernreime. Am Anfang des Spracherwerbs ist die Menge der neu zu erlernenden Vokabeln pro Reim oder Satz naturgemäß hoch. Dies ändert sich aber sehr schnell, da mit dem Lernfortschritt immer mehr auf vorhandenes Vokabular zurückgegriffen wird – die Anzahl neuer Vokabeln je Reim sinkt.

Mit den Lernjahren dienen die Reime zunehmend der Umwälzung des vorhandenen Vokabulars und dem Transport grammatischer Strukturen, während die Menge der neuen Vokabeln eher geringer wird.

Warum befinden sich im Heft so viel Text und so wenige Bilder?

Die Entstehung eigener, nicht vorgegebener Bilder im Kopf des Kindes ist ein wesentlicher Prozess während des langfristigen Lernens. Jedes Kind entwickelt damit eine eigene Vorstellung z.B. von Personen, Orten oder Situationen. Die Beschreibung dieser eigenen Bilder bietet einen echten Sprechanlass, da nicht alle Schülerinnen und Schüler das gleiche Bild vor sich liegen haben.

Abhänig vom Lerninhalt werden reale Bilder durch den Lehrer ergänzt.

Welche Bedeutung haben die Basistexte im Lernheft?

Die Basistexte wälzen das gelernte Vokabular in der Einsprachigkeit um. Während sich die Texte im ersten Lernjahr eng am Gelernten ausrichten, bieten die Texte der höheren Klassen zunehmend mehr zusätzliche Informationen und grammatische Umwälzung.

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